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letzte Aktualisierung:
16.08.2015

 

GeoArt
 
Mit den Augen des Drachens

Steinbrüche in der Eifel

abstrakte und realistische Fotos aus der Vogelperspektive

von Dr. Christian Credner
Lambertsberg bei Waxweiler/Eifel

 

Was ist GeoArt oder Geo-Art ?
Wörtlich genommen wäre es Erdkunst. Aber wie und warum kann etwas, das die Erde oder die Natur hervorbringen, Kunst sein, denn Kunst schaffen eigentlich nur hierzu begabte Individuen. GeoArt ist nicht LandArt, wobei der Künstler/Fotograf durch Hinzufügen oder Entfernen die Erdoberfläche verändert und verfremdet. Der Fotograf von GeoArt nimmt keinen Eingriff vor oder veranlasst ihn. Die Natur selbst oder Menschen haben die Struktur der Erdoberfläche geformt. Beim Luftbild sind es zudem die ungewohnte Perspektive, der gewählte Ausschnitt und allenfalls eine Änderung der Farbwiedergabe. Zu Kunst kann es durch den Blick des Fotografen werden, der wie bei jedem seiner auch am Boden aufgenommenen Bilder mit dem Auge die Bildkomposition bestimmt und mit seinem fototechnischen Wissen die erforderlichen Einstellungen vornimmt und die Kamera im richtigen Moment auslöst. Die Natur schafft Kunstvolles, das wir aber nicht als Kunst benennen.
Der Blick aus 500 m Höhe auf eine Burganlage oder auf eine Häuserreihe mag ästhetisch reizvoll aussehen, ist aber nicht abstrakt oder unbedingt GeoArt. Abstrakt wirkt das Objekt aus der Vogelperspektive durch seine für uns fremdartige Geometrie und Farbgebung. Was konkret dargestellt wird, erschließt sich dem Interessierten manchmal erst nach längerer Betrachtung oder durch zusätzliche Informationen. Die Drachen-Luftbilder werden zumeist aus einer Höhe bis maximal 100 m aufgenommen. Die Abstraktion aus dieser Sicht ist teilweise verblüffend. Es gibt Luftbildfotografen, wie B. Edmaier oder K.- D. Francke, die in ihren Büchern Geo-Art aus großer Höhe auf faszinierende Weise präsentieren. Hierzu sind aber Großfluggeräte erforderlich. Das Besondere an den hier in der Ausstellung gezeigten Luftbildern ist ihre Entstehung im bodennahen Bereich und die hierzu angewandte unkomplizierte, selbst entwickelte Technik. Leichte Digitalkameras, elektronische Mini-Bauteile und moderne Werkstoffe für den Drachenbau ermöglichen bis zu 600 Aufnahmen pro Flug. Wie das im Einzelnen abläuft, wird im Folgenden kurz dargelegt.

 

Wie werden die Luftbilder hergestellt?
Alle gezeigten Luftbilder wurden von Kameras, die in einem Einleiner-Flügelkastendrachen montiert waren, aufgenommen oder mit Hilfe eines biegsamen Teleskopstabes. Die Auslösung einer Kamera erfolgt auf ein Funksignal hin oder durch Intervallfunktion, was bedeutet, dass in vorab eingestellten Abständen von 5 bis 20 Sekunden jeweils ein Bild aufgenommen wird. Dies geschieht wiederum nicht unkontrolliert, denn das Sucherbild wird über den Videoausgang der Kamera an einen Monitor am Boden gesendet, und der "Pilot" kann durch Standortwechsel am Boden das gewünschte Objekt anvisieren. Die Anwendungen des Drachens und des Stabes werden von nur einer Person bewältigt. Die Vorbereitungen zum Drachenstart und Aufrichten des Stabes dauern etwa 10 min, dann ist alles zusammengesetzt und für den Einsatz durchgecheckt.

 

 Drachen-Luftbild-Technik mit einer oder zwei Kameras

Konstruktionszeichnung des Trägerdrachens und der Kameramontierung am unteren Spannkreuz des Zellendrachens (KCF=Kite-Cross-Fitting)

© 2010: Bilder und Text: Dr. Christian Credner, Lambertsberg
 
GeoArt - Eifel
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Wer ist Christian Credner?
Erstmals zeigte Christian Credner in Gesotz/Eifel in einer Ausstellung März/April 2010 eine kleine Auswahl seiner umfangreichen Sammlung von Luftbildern. Seine Objekte sind in erster Linie archäologische Bodendenkmäler und geologische Strukturen wie Maare, Aufschlüsse durch Steinbrüche und natürliche Oberflächenformationen, aber auch Häuser oder besondere Gebäude, wie Burgen oder Ruinen. Bei der Suche und Dokumentation von archäologischen Fundstellen werden aus der Vogelperspektive oft zwangsläufig andere, überraschend originelle Strukturen mit aufgezeichnet, die man als solche aber erst erkennen muss. Diese, manchmal wie abstrakte Malerei anmutenden Fotos, stellen neben einigen erstmals dokumentierten Grundrissen römischer Villenanlagen und eindrucksvollen Grabungsfotos aus der Luft den Hauptteil der Ausstellung. Bereits in den 90er Jahren, während der Berufstätigkeit als Kardiologe in Mönchengladbach, hatte C. Credner mehrfach Ausstellungen eigener Gemälde in Nettetal am Niederrhein, Berlin und Düsseldorf. Hier in der Eifel betätigt er sich im Ruhestand zudem seit 2002 auf graphischem und ortshistorischem Terrain, mit der Erschaffung zahlreicher Gemeindewappen im Eifelkreis-Bitburg-Prüm.