Mineralien-
und
Fossilien-Freunde
Bonn e.V.

 
  
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Lahn Exkursion Mai 2015

Exkursionsbericht -  Lahn-Dill-Mulde 

Vom 13. bis zum 17. Mai 2015 unternahmen 15 Mitglieder der Mineralien und Fossilienfreunde Bonn und der VFMG Bezirksgruppe Bonn ihre jährliche Mehrtagesexkursion, diesmal  in das Lahn-Dill Gebiet.

Standort war das  Hotel Johanneshöhe oberhalb Siegen mit ausgefallen angerichtetem gutem Essen und wunderbaren Blick hinunter  auf die Stadt.

Schwerpunkt des ersten Tages ( Do 14. Mai ) war das Erzbaugebiet um Müsen. Eine umfassende Einweisung in die frühere Bergbauregion erfolgte im Museum Müsen durch Herrn Golze mit einer anschließenden Befahrung des „ Stahlberger Erbstollens“. Die nachmittägliche Sammelexkursion auf der alten Halde „Wilder Mann“  oberhalb von Müsen ergab einige schöne Funde von rosa Zinkblende, Malachit und Siderit.

 

Nach kurzem Picknick auf dem historischem Bergbaugelände „ Altenberg“ ging die Fahrt weiter in das ehemalige Grubengelände „Heinrichssegen“. Hier bestanden die Funde u.a.aus kleinen Belegstücken von  Bleiglanz, Batyt, Kupferkies und Zinnober.
Der Abschluss  des Tages war ein Besuch des Kindelsberges. Vom Turm aus hatte man einen herrlichen Fernblick über die Wälder nach Osten bis zum Kahlen Asten im Sauerland, im Süd-Westen bis zum Siebengebirge.
Die folgenden Tage waren dem Paläovulkanismus unter Leitung von Dr. Adelmann, einem exzellentem Kenner der Region gewidmet. Er hatte uns zuvor in Bonn einen einführenden Vortrag zu diesem Thema gehalten. 

 

Bei bestem Wetter wurden Aufschlüsse  aufgesucht, die den alten Vulkanismus aus dem Devon und Karbon belegen: besonders endrucksvoll waren die Steinbrüche bei Achenbach mit dem seltenen Vorkommen von Plagioklasit und Bad Endbach mit einer Doleritintrusion, der „abgerutschte“  Vulkan bei Ballersbach mit rhyolithischer unter-bis mitteldevonischer Lava... 
  und einige hundert Meter weiter der Aufschluss mit Kissenlava, mit schön ausgebildeten Pillows wie auf Hawai.
Die letzte Station war der „Laufende Stein“ bei Dillenburg mit anstehendem Roteisenstein, gebildet durch Auslaugung von Basalttuffen (Schalstein).

Der Sonntag war wieder mehr ein Sammeltag. Dr. Adelmann führte uns zum alten Grubengelände

„Rother Adler“ nahe Wilnsdorf-Steimel mit Fundmöglichkeiten u.a.von Bornit, Carrollit und Cobaltit.   

 

Dann ging es zu den alten Pingen  zur „Grünen Au“ bei Schutzbach, eine sehr interessante Fundstelle für Magnetit in zerrütteten Quarzbrocken, gebildet aus Siderit durch Hitzeeinwirkung von eingedrungenem Magma eines nahegelegen Vulkans.
Kurz vor Siegen fand die Exkursion ihren Abschluss der mit dem Besuch der Halde der kleinen Grube „Schöne Freundschaft“. Hier wurde z. B. Boulangerit in filzig ausgebildeten Nadeln gefunden.
Am letzten Tag, dem Sonntag, zeigte uns Dr. Adelmann südlich von Haiger bei Langenaubach einen Aufschluss am Medenbach,wo wir eine Aufarbeitungsbrekzie in den Dillenburgschichten finden konnten. Sie bestand aus u.a.Bruchstücken von Basalt, Trachyt und marinen Komponenten, darunter Korallen, Crinoiden, Stomatoporen und Muscheln. Am Weg aufgeschlossen waren außerdem Phonolithtuffe des Laacher-See-Vulkans

Am Rande dieser Exkursion hatten wir ein aufschlussreiches Gespräch mit einem altem Einwohner, der noch als junger Mann in den Steinbrüchen der Gegend gearbeitet hatte. Er erzählte u.a.voll Wehmut vom Verkauf der großen Arbeitsmaschinen in den nahen Steinbrüchen.

 Ein erlebnisreiches Wochenende fand damit einen schönen Abschluss. Mit vielen Erkenntnissen über den ehemaligen ergiebigen Erzbergbau und den Paläovulkanismus im Siegerland traten wir die Heimreise an. 

© 2015 Anneliese und Jim Wendel